Episode 4: Dreieinhalb Minuten bis zum Aufprall (AF447)
Episode 4: Dreieinhalb Minuten bis zum Aufprall (AF447)

Episode 4: Dreieinhalb Minuten bis zum Aufprall (AF447)

Flugzeugabstürze sind immer tragisch und fast immer vermeidbar. Doch kaum eine Katastrophe macht einen so fassungslos wie der Absturz von Air France-Flug AF447 von Rio nach Paris im Juni 2009. In der vierten Episode von Flugforensik rekonstruieren Benjamin Denes und Andreas Spaeth den Verlauf dieses Fluges einer Airbus A330, der nach einem Strömungsabriss in nur dreieinhalb Minuten von Reiseflughöhe in den Atlantischen Ozean stürzte.

Für die neue Episode haben die Flugforensiker eigens eine deutsche Übersetzung der Aufzeichnungen des Cockpit Voice Recorders angefertigt und die letzten Minuten im Cockpit rekonstruiert. Die Aufnahmen geben ein Einblick in die Entstehung unfassbarer Fehler. Der Verkehrspilot und Flugunfall-Experte Max Scheck erklärt und bewertet die Vorgänge der Piloten von AF447. Oliver Will, ebenfalls Pilot und Anbieter sogenannter „Upset Recovery and Prevention Trainings“ ist ebenso Interviewpartner wie Elmar Giemulla, Jurist und Deutschlands bekanntester Opferanwalt im Luftverkehr. Er hat die Angehörigen der meisten deutschen Todesopfer von Air France-Flug AF447 vertreten.

Wir freuen uns, wenn Ihr unseren Podcast abonniert, bewertet und – wenn er euch gefällt – Freunden empfehlt. Dankeschön! 

Wir bedanken uns bei den drei Sprechern der Cockpit-Szenen: Benedikt Päffgen, Florian Brings und Michael Neugebauer. Danke auch an unsere Sprecherinnen Anne-Katrin Mellmann und Neela Richter, die die Flugsteckbriefe und Lesungen eingesprochen haben. Den Trailer zu Flugforensik spricht Bastian Börner.

Links zu den Studiogästen und Lesungen:

”Crash Test” von Andreas Spaeth https://www.amazon.de/Crashtest-Die-verborgenen-Risiken-Fliegens/dp/3453603842

Broschüre „Forward to the basics“- Die Bedeutung des Grundlagenwissens und ,Basic Flying Skills‘ bei der ATPL-Ausbildung und -prüfung bei zunehmender Automatisierung der Verkehrsflugzeuge mit einem Kapitel unseres Interviewpartners Max Scheck. https://fhp-aviation.de/wp-content/uploads/2020/04/Broschuere-16.pdf

Website des Luftverkehrsrechtsexperten Elmar Giemulla https://www.giemulla.com/index.php/de/

Musik, die wir in dieser Episode verwendet haben:

Godmode – To Pass Time 

Zakhar Valaha – Tense Detective Looped Drone

4 Kommentare

  1. Horst Boguslawski

    M. E. ist das Vereisen der Staurohre ein Gefahrenanzeichen für das gesamte Flugzeug. An dieser Stelle gibt es leider keine näheren Untersuchungsaussagen. Den bekannten Darstellungen zufolge, könnte es sich hier um ein Vereisungsproblem des gesamten Flugzeuges handeln und damit eine ursächliche Bedeutung haben.

  2. Oliver R

    Ein Klasse Folge und super dargestellt. Deswegen lasst euch von dem jetzt kommenden nicht zu sehr beirren.

    Aber einen Kritikpunkt muss ich äußern. Ihr sprecht sehr viel über das Verhalten des Pilot Flying (bspw.: das upset recovery training). Über den Beginn der Fehlerkette nämlich über das Vereisen der Pitotrohre wird kaum gesprochen. Da hätte ich mir technisch ein paar mehr Details gewünscht. Was wäre beispielsweise in diesem Moment richtig gewesen?

    Vielleicht mal eine interessante Idee (wenn auch aufwendig): Sprecht doch Ton mal so drauf, dass es funktioniert. Die Piloten geraten in keinen Stall und managen die Situation. Auch mal schön zu hören, wenn auch etwas weit hergeholt.

    Zuletzt noch die Rolle von Air France. Hätten die verwendeten Pitotrohre vor dem Flug ausgetauscht werden müssen? Hier mal eine Überschrift. (Quelle: Airliners.de aber vor dem Auffinden des Wracks)

    “Nach der Flugzeugkatastrophe über dem Atlantik beschleunigt Air France ein seit fünf Wochen laufendes Programm zum Austausch der Pitot-Rohre an ihrer Airbus A330/A340-Flotte. Bereits zuvor war es zu Problemen mit Vereisung der zur Geschwindigkeits-Ermittlung benötigten Staudruckrohre gekommen.”

  3. Florian Gebauer

    Liebes Flugforensik Team,
    ich genieße eure Serie sehr und finde die Aufarbeitung der Fälle extrem spannend und sehr gut recherchiert. Die Folge der AF447 finde ich jedoch leider etwas einseitig dahingehend dargestellt, dass ein großer Fokus auf die “Lähmung” der Crew vor Einleiten geeigneter Gegenmaßnahmen liegt.
    Ein Faktor, der nur sehr kurz oder gar nicht erwähnt wird ist die Architektur des Airbus 330 zu der damaligen Zeit. Auch hier mündet augescheinlich fehlendes Wissen oder fehlende Situations-awarness der Crew zu der abschließenden Katastrophe, dennoch fehlen ein paar wichtige Key-Fakts in der Folge:
    – Durch das Disagreement der Speed-Geber hat das Flugzeug den A/P abegschaltet und in “alternate law” umgeschaltet, was eine andere Sensibilität der Stick Eingaben nach sich zog. Zudem wurden einige gewohnte Fly-by-wire typische Limitierungen abgeschaltet. Meines Wissens ist die Teil des Trainings, scheint aber der Crew zu keinem Zeitpunkt bewusst gewesen zu sein.
    – der Flight-Director hat sich abgeschaltet und hat den Flugpfad nicht mehr angezeigt
    – Die Pitot Rohre waren nur über einen Zeitraum von 29 Sekunden vereist, danach kam es wieder zu einer zuverlässigen Geschwindigkeitsanzeige

    Einen Punkt finde ich auch noch erwähnenswert, welcher ja auch für MH370 eine große Rolle spielt. Bereits wenige Tage nach dem Absturz war durch die ARCAS Wartungsdaten sehr schnell klar, dass es Probleme mit der Geschwindigkeitsanzeige gab und es gab die ersten Vermutungen das dies Teil der Fehlerkette war die zum Absturz geführt hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

feedback_mix.png