Emirates-Chef Tim Clark im Fall MH370 zum Schweigen aufgefordert
Emirates-Chef Tim Clark im Fall MH370 zum Schweigen aufgefordert

Emirates-Chef Tim Clark im Fall MH370 zum Schweigen aufgefordert

Pressemitteilung zur dritten Episode von Flugforensik

Ermittler der Australischen Flugunfallermittlungsbehörde (ATSB) haben den Präsidenten von
Emirates Airlines, Sir Tim Clark, schriftlich dazu aufgefordert, sich nicht mehr zum Fall des vor acht
Jahren verschwundenen Fluges MH370 und seinen Zweifeln an offiziellen Erklärungsversuchen zu
äußern. Das bestätigte der Emirates-Chef jetzt dem Journalisten Andreas Spaeth für die neue
Episode des Podcasts „Flugforensik“, die am 8. März 2022 zum achten Jahrestag des
Verschwindens veröffentlicht wird. Auslöser des Briefes sei ein Interview aus dem Jahr 2014
gewesen, das damals vom SPIEGEL veröffentlicht wurde. Darin hatte Clark gesagt, das Verschwinden des Fluges sei für ihn verdächtig. Er sei
„total unzufrieden mit dem, was bislang herausgekommen ist.“


Tim Clark erklärte nun im Flugforensik-Interview: „Ich bekam damals einen Brief von der ATSB
über den ich nicht glücklich war. Die Australier hatten sich darüber geärgert, dass ich bezweifelte,
dass man die Maschine jeweils im damaligen Suchgebiet finden würde. Sie hatten schließlich jede
Menge Geld in die Suchmission investiert.“ Clark, dessen Airline die weltweit größte Flotte von
Boeing 777-Maschinen betreibt, habe den Australiern geantwortet, er werde auch in Zukunft
sagen, dass in unseren Zeiten das spurlose Verschwinden eines solchen Jets schlicht
unakzeptabel sei. Er berichtete auch, dass er sich über den Vorstoß des ATSB beim Botschafter
Australiens in den Vereinigten Arabischen Emiraten beschwert habe. Trotzdem habe er
beschlossen, das Thema nicht mehr öffentlich zu diskutieren.
Für die neue Episode des Podcasts über seit acht Jahren verschwundenen malaysischen
Großraumjet haben die Hosts Benjamin Denes und Andreas Spaeth unter anderem die
französische Journalistin und Buchautorin Florence de Changy und den deutschen Boeing 777-
Piloten Peter-Christian Möhrke interviewt. Außerdem Richard Godfrey, dessen Modellierung der
mutmaßlichen Flugroute auf Grundlage von Amateurfunkdaten gerade neue Bewegung in die
Suche nach dem vermissten Jet gebracht hat. Erst am Sonntag (6. März) kündigte die Firma
Ocean Infinity an, 2023 auf dieser Grundlage eine neue Suchaktion im südlichen Indischen Ozean
zu starten, sofern die malaysische Regierung zustimmt.


Die neue Episode des Podcasts ist unter anderem auf Spotify, Apple Podcasts und Google
Podcasts zu hören. In jeder Episode von „Flugforensik“ gehen Benjamin Denes und Andreas
Spaeth der Geschichte eines Flugzeugabsturzes nach. Sie sprechen mit Augenzeugen, befragten
Expertinnen und Experten und ordnen die Flugunfälle ein.

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